Gedenken an die Schändung der Freudentaler Synagoge

Am 10. November 2022 erinnern Zehntklässler (w/m/d) aus Hohenhaslach an den 10. November 1938.

Vor 84 Jahren zerstörten Nazis, die mit Autos aus Ludwigsburg gekommen waren, zusammen mit dem damaligen Bürgermeister und dem Lehrer die Freudentaler Synagoge vor den Augen eines rasch zusammengekommenen Publikums. Das Dach und das Gestühl wurde zerschlagen, die Tora-Rollen und Gebetbücher hinausgeworfen. Die wenigen jüdischen Männer, die noch in Freudental lebten, wurden gezwungen, dies alles auf einen Wagen zu verladen und einen Zug zum Sportplatz zu begleiten, wo ihre heiligsten Gegenstände verbrannt wurden. Dazu mussten sie ums Feuer knien und Lieder singen. Anschließend hatten sich sich selbst als „Verbrecher“ zu bezeichnen und mussten diese Demütigung vom Rathausbalkon herunterschreien.

Zusammen mit dem Leiter für Pädagogik & Kultur las FSJ’lerin Ella Eichert einige Passagen aus dem Buch „Freudental ’38. Eine Ermittlung“ von Steffen Pross vor, anschließend gab es ein kurzes Lied in hebräischer Sprache und zum Schluss haben alle gemeinsam eine kurze Stille gehalten. Außer der Hohenhaslacher Klasse haben auch drei israelische Gäste an der Gedenkveranstaltung teilgenommen: Die Keramik-Künstlerinnen Ettie und Eyla Mazor sowie der „Social Artist“ Motty Golan aus dem Oberen Galiläa, die ihre Kunstwerke zurzeit auf dem Ludwigsburger Spätlingsmarkt im Kreishaus verkaufen und im deshalb im PKC wohnen, haben mithilfe von englischen Zusammenfassungen gut folgen können.

Die beteiligte Klasse aus Hohenhaslach nimmt zusammen mit dem PKC an dem von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz ausgelobten Programm „denkmal aktiv“ teil und ist deshalb im laufenden Schuljahr fast jeden Monat zu Besuch im PKC. In ihrem Projekt fragen die jungen Leute, warum es so wichtig ist, die Plätze ehemaligen jüdischen Lebens als Denkmale zu erhalten und direkt vor Ort in Freudental zu lernen.

Die 20jährige Eyla fand es „really special and unique that you do it in that day […] because it’s important to talk with people, especially young people, about things that people did in the past. […] It’s good to learn from mistakes – this is the best way to learn!“