JÜDISCH.HEUTE IM SCALA

Im Rahmen des Jubiläums 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland organisierte das Scala Ludwigsburg in Kooperation mit der katholischen Erwachsenenbildung und dem PKC eine besondere Veranstaltung. Den interessierten Zuschauern und Zuschauerinnen wurde ein vielfältiges Programm geboten.

JEWISH.TODAY: In cooperation with the Catholic Adult Education and the PKC, the Scala in Ludwigsburg organized a special event. The program included excerpts from the Jerusalem Duo concert, an interview about the cooperation of the Upper Galilee and the district of Ludwigsburg with the respective district presidents. In addition, an interview with Toby Sonneman, the daughter of the photographer Eric Sonneman, was shown. The highlight of the evening was a statement by Rabbi Prof. Dr. Birgit Klein. In the Q&A session afterwards we had a fascinating discussion and learned a lot!

Moderiert wurde der Abend von Jörg Maihoff, dem Leiter der katholischen Erwachsenenbildung, Judith Raupp, Mitglied im Vorstand des PKC sowie Michael Volz, dem Leiter für Pädagogik und Kultur des PKC.

Im ersten Teil des Abends wurde Musik von sowie ein Interview mit den jungen isralischen Künstlern des Jerusalem Duo gezeigt. Anschließend folgten Grußworte der Landräte des Oberen Galiläa und des Landkreises Ludwigsburg. Sie sprachen unter anderem über die Besonderheit der Kooperation von Ludwigsburg und des Oberen Galiläa und über vor allem über das Ziel, damit interessierte Jugendliche zu erreichen. Nur durch Begegnung können wir lernen, uns und unsere Geschichte besser zu verstehen.

Auch das PKC Freudental wurde mit zwei kurzen Filmen vorgestellt, darunter ein Interview mit der Geschäftsleitung und ein Trailer vom Theaterspaziergang „Sara & der Wunderrabbi“. Außerdem wurde ein Interview mit Toby Sonneman eingespielt, deren Vater Eric Sonneman im Sommer 1938 berührende Fotos von seiner jüdischen Familie und Freunden in Freudental machte. Trotz der Umstände, die zu dieser Zeit herrschten, sehen wir durch diese Fotos Momente des Glücks und ganz normale Menschen in ihrem Alltag auf dem Feld und am Feiertag. Toby Sonneman erzählte eindrücklich über ihren Vater sowie über sein Leben in Deutschland und seine Flucht nach Amerika.

Das Highlight des Abends war allerdings das Statement der Rabbinerin Prof. Dr. Birgit Klein von der Hochschule für jüdische Studien in Heidelberg. Zum Thema „jüdisch.heute“ führte sie unter anderem aus, dass bereits durch die Einladung einer Rabbinerin die Vielfalt heutigen jüdischen Lebens gezeigt würde. Normalerweise stellen sich die Leute als Rabbi einen schwarz gekleideten orthodoxen Mann mit Hut und Schläfenlocken vor. „Unsere“ Rabbinerin trug lediglich eine kleine rote Kippa als sichtbares Zeichen ihrer Jüdischkeit.

Bereits 1935 wurde in Berlin mit Regina Jonas die erste Rabbinerin der Welt ordiniert. Das lag daran, dass die deutschen Juden damals in der Mehrheit liberal dachten. Heute dagegen ist dies umgekehrt und Rabbinerinnen sind in Deutschland die Ausnahme, weil in den Gemeinden immer auf das orthodoxeste Mitglied Rücksicht genommen wird.

Engagiert beantwortete Rabbinerin Klein die vielen Fragen aus dem Publikum wie z.B. diejenige nach ihrer Motivation, den Rabbinerberuf zu ergreifen. Sie sieht darin eine Möglichkeit, mit mehr Freiheit den jüdischen Glauben zu lehren und weiterzugeben.