Am Dienstag, den 05.05.2026, unternahmen die beiden vierten Klassen gemeinsam einen Ausflug nach Freudental. Insgesamt machten sich 42 Kinder und fünf Begleitpersonen mit dem Fahrrad auf den Weg und meisterten die Strecke von der Kleinsachsenheimer Grundschule bis nach Freudental und später auch wieder zurück.

Die insgesamt etwa 15 Kilometer lange Strecke wurde trotz kleinerer Komplikationen — heruntergesprungener Fahrradketten und einem Sturz — erfolgreich gemeistert. Mit etwas Verspätung erreichten wir die Feuerwehr in Freudental, wo sich die Klassen aufteilten. Die 4a besuchte zunächst den jüdischen Friedhof außerhalb der Ortschaft, während sich die 4b auf den Weg zur ehemaligen Synagoge machte.
Auf dem jüdischen Friedhof erhielt jedes Kind einen kleinen Stein, der nach jüdischem Brauch auf ein Grab gelegt werden durfte. Außerdem betrachteten wir gemeinsam das Grab von Julius Marx und hörten sein Gedicht „Mein kleines Dorf“. „Ich sah den schönsten Gottesdom mit schlanken Säulen, goldenen Altären und Perlgeschmeid aus fernen Weltenmeeren, doch keine Kirche war so schön, wie die Daheim in meinem Dorf.“ An diesem Beispiel wurde deutlich, wie eng viele jüdische Menschen mit ihrer Heimat und ihrem Heimatort verbunden waren und wie schmerzhaft der Verlust dieser Heimat durch Verfolgung gewesen sein muss. Der Blick vom Grab direkt auf die Kirche von Freudental war bei dieser Strophe besonders eindrucksvoll.
In der Synagoge stand das Buch: „Du wirst gerettet werden: Die Cellistin von Auschwitz“ von Barbara Kirschbaum im Mittelpunkt. Auf große Papieraufsteller wurden die Buchseiten gedruckt und standen in einem Kreis in der Synagoge aufgebaut. Das Buch erzählt die Geschichte von Anita Lasker-Wallfisch und ihrer Schwester Renate Lasker-Harpprecht, die gemeinsam das Konzentrationslager Auschwitz überlebten.
Ein herzliches Dankeschön gilt Michael Volz (im Bild beim Erklären hebräischer Schriftzeichen) und Ike Trinkner vom Pädagogisch – Kulturellen Centrum Ehemalige Synagoge Freudental für die eindrucksvollen Führungen, für die Beantwortung der vielen interessierten Fragen der Kinder und das altersgerechte Heranführen an ein so wichtiges Thema unserer Geschichte.


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