Albrecht Dautel und Landrat Dietmar Allgaier, Vorsitzende des Vereins Pädagogisch-Kulturelles Centrum Ehemalige Synagoge Freudental e.V. sowie Hildegard Gooss und Michael Volz, Geschäftsleitung
Schalom im umfassenden Sinn
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder, Freundinnen und Freunde des Pädagogisch-Kulturellen Centrums Ehemalige Synagoge Freudental,
Mit großer Anteilnahme verfolgen wir die Nachrichten aus Israel und dem Nahen Osten. Nach dem grausamen und gewalttätigen Überfall durch die Hamas am letzten Tag von Sukkot – einem Fest, welches an Gottes Schutz auf der 40-jährigen Reise durch die Wüste erinnert – hat ein Krieg begonnen. Zu dieser Zeit waren noch deutsch-israelische Austauschgruppen im Landkreis Ludwigsburg und im PKC zu Besuch – eine absolute Ausnahmesituation.
Die Nachrichten aus dem Oberen Galiläa, von wo viele Familien in die Landesmitte geflohen sind, bestürzen uns. Wir halten Kontakt, wir denken an die Freundinnen und Freunde, wir zeigen uns solidarisch, denn wir spüren unsere besondere Verantwortung angesichts des unfassbaren Leids unzähliger Menschen – auf beiden Seiten des Konflikts!
Hier in Deutschland zeigt sich nun vermehrt Judenhass. Wir setzen uns dafür ein, dass keine Person aufgrund ihrer Religion, ihres Geschlechts und ihrer politischen Weltanschauung diskriminiert wird. Die freie Meinungsäußerung hat jedoch dort ihre Grenze, wo sie andere verletzt und klein macht. Wir glauben, dass unser Schwerpunkt, mit Bildung gegen Antisemitismus zu wirken, gerade in dieser Situation richtig und wichtig ist.
„Schalom“ zu üben in dem großen und umfassenden Sinn von Gesundheit, Wohlfahrt, Frieden (als Gegenteil von Krieg), Ruhe und Glück – so wie das Wort auch in der Tora verwendet wird – diese Bemühung fängt bei uns selbst an. Gleichzeitig wünschen wir Israel und Palästina, aber auch allen anderen Ländern, in denen Krieg herrscht, tapfere und weise Menschen, die wieder ein friedliches Zusammenleben anregen!
