Kompaktseminar Jüdisches Landleben

Im Rahmen ihres Kompaktseminars „Jüdisches Leben in Freudental im Spannungsfeld von Assimilation und kultureller Eigenständigkeit – Regionalgeschichte im Geschichtsunterricht“ besuchten uns Studierende des Fachbereichs Geschichte von der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg. Unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Bärbel Völkel erarbeiteten sie Audios zu hebräischen, jiddischen und deutschen Genisa-Funden – die Links zu diesen Dateien finden Sie unten am Ende des Artikels.

Zwei ganze Tage verbrachte die Studiengruppe bei uns im PKC. Zu Beginn erlebten die Studierenden den Theaterspaziergang „Sara & der Wunderrabbi“, gespielt von Lina Seditschka und Michael Volz. Anschließend eigneten sie sich selbst auf spielerische Art und Weise Wissen über die jüdische Religion an, und zwar mit Hilfe des im Sommer 2021 neu erstellten Actionbounds in der ehemaligen Synagoge.

Ziel des Seminars war es, in Gruppenarbeit besondere Themen der Genisa-Ausstellung narrativ miteinander zu verbinden, sodass ausgewählte Exponate erklärt, historisch eingeordnet und untereinander in eine erzählend-erklärende Beziehungsstruktur gebracht werden. Der Schwerpunkt lag dabei auf den drei in der Genisa- Ausstellung vorgefundenen Sprachen: Hebräisch, Jiddisch und (Hoch-)Deutsch.

Eine herausragende Erkenntnis des Kompaktseminars war es, dass der Besuch außerschulischer Lernorte didaktisch legitimiert werden muss. Die Begegnung mit Originalquellen kann durch keinen Klassenraum ersetzt werden. Auch die emotionale Komponente und das Erfassen mit allen Sinnen bewirkt, dass die Schülerinnen und Schüler sich besser an die Inhalte erinnern. Denn Erleben bedeutet Erinnern. Das Besondere am Lernen vor Ort wie in Freudental ist außerdem, dass die „große“ und verallgemeinerte Geschichte aus den Schulbüchern greifbar und mit der „kleinen, lokalen“ Geschichte verknüpft wird.

Hier finden Sie übrigens noch den sehr interessanten weiterführenden Artikel „Jüdische Emanzipation im 19. Jahrhundert“ aus der Fachzeitschrift „GWU – Geschichte in Wissenschaft und Unterricht“ sowie die Liste der verwendeten Literatur.

In der Feedback-Runde zum Abschluss lobten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die intensive und gleichzeitig sehr angenehme Arbeitsatmosphäre, die Möglichkeit, jüdische Geschichte abseits von Nationalsozialismus und Ghetto ausgiebig zu studieren und die Sprechübungen zur Vorbereitung der Audio-Aufnahmen. Die Audio-Aufnahmen zu den drei in der Genisa aufgefundenen Sprachen können Sie hier anhören:

Hebräisch

Jiddisch

Deutsch