So, 4. Juli 2021 > 18 Uhr > Theaterstück > 15 €

Gegen das Vergessen. Erinnern für das Morgen

Das Jugendensemble des Stuttgarter Theaters Lokstoff! – Theater im öffentlichen Raum e.V. präsentiert in den nächsten Wochen das Projekt „Gegen das Vergessen. Erinnern für das Morgen“ im Stuttgarter Hospitalhof. Wir freuen uns besonders, die Schauspielerinnen bei uns vor der Synagoge zu sehen, denn unsere FSJ’lerin Lina Seditschka wird als Teil des Ensembles mitspielen.

„Die Menschheitsgeschichte kennt keine Geschichte, die zu berichten schwieriger wäre …“ Hannah Arendt

GEGEN DAS VERGESSEN ist das multimediale Erinnerungsprojekt des Fotografen und Filmemachers Luigi Toscano. Seit 2014 hat er dafür mehr als 400 Überlebende der NS-Verfolgung weltweit fotografiert. GEGEN DAS VERGESSEN stellt die Menschen in den Mittelpunkt und erzählt die Geschichten hinter dem Sichtbaren. Im Juni präsentiert Luigi Toscano, der Anfang dieses Jahres zum UNESCO Botschafter Artist for Peace ernannt wurde, seine beeindruckenden Portraits rund um den Hospitalhof. Auf diese Weise finden sie einen direkten Zugang in den Alltag und das Bewusstsein der Menschen, unabhängig von Herkunft, Alter oder Bildung. Ebenso wie LOKSTOFF! erobert er mit seiner Kunst den öffentlichen Raum, um gesellschaftspolitische Zeichen zu setzen. In unserer gemeinsamen Arbeit für Stuttgart, die den Beginn einer langfristigen Kooperation für weitere Städte markiert, haben wir unsere jeweiligen künstlerischen Erfahrungen für ein Begleitkonzept der Ausstellung gebündelt und mit Jugendlichen des Jugendensembles von LOKSTOFF! erforscht, wie wir uns den überlebensgroßen Porträts der Holocaust-Überlebenden in künstlerischer Weise annähern können. In den gemeinsamen Proben haben wir dabei eine Form erarbeitet, die die Jugendlichen befähigt, andere Jugendliche durch die Ausstellung zu führen.

Die eindringlichen Porträts von Luigi Toscano bilden ein temporäres Mahnmal, das uns in der Begegnung mit dem Blick und dem Antlitz des Anderen dazu auffordert, nie wieder Ausgrenzung und Entmenschlichung, nie wieder Totalitarismus und Faschismus zuzulassen.

Die zeit- und ortlose Parabel Matin brun (Brauner Morgen) von Franck Pavloff über den schleichenden Prozess der Entstehung totalitärer Strukturen gibt uns die Möglichkeit, die schreckliche Geschichte der porträtierten Überlebenden in unser Heute zu transportieren, ohne die besondere Aura der Ausstellung zu zerstören. 1997 von Pavloff angesichts des Erstarkens des rechtsextremen Front National bei den Parlamentswahlen geschrieben, in Frankreich längst zum Unterrichtsstoff avanciert, besitzt der Text durch das erneute Erstarken des rechten Nationalpopulismus, der weltweit die pluralistische Demokratie bedroht, nach wie vor eine schmerzhafte Aktualität.
Luigi Toscano hat alle Porträtierten persönlich besucht und manchmal Tage mit ihnen verbracht. Diese Lebensgeschichten und Franck Pavloffs Brauner Morgen stellen die Grundlage der künstlerischen Führung der Jugendlichen durch die Ausstellung dar. Gemeinsam wollen wir uns unserer Verantwortung stellen und stimmen mit Luigi Toscanos Worten überein: „Nie wieder dürfen sich die unfassbaren Verbrechen des Nationalsozialismus wiederholen! Unsere Demokratie wird gewinnen.“

Darüber hinaus haben wir mit unserem Jugendensemble ein mobiles Konzept entwickelt, mit welchem die Jugendlichen als Botschafter*innen dieses Projekts die Evidenz und Aktualität dieser Ausstellung auch ohne die überlebensgroßen Porträts in das Umfeld ihrer Schulen tragen können.

Karten für die Freudentaler Aufführung können Sie ausschließlich hier über unsere Homepage bestellen, aber wir verweisen gern noch auf die Homepage von Lokstoff! – Theater im öffentlichen Raum.

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