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Der jüdische Friedhof

Beit Olam – Haus der Ewigkeit

Nach der Zerstörung des ersten jüdischen Friedhofs im Alleenfeld 1810, wurde am Fuße des Seebergs das zweite Haus des Lebens angelegt. Die 436 Grabsteine haben nahezu 2 Jahrhunderte und dazu jene zwölf Jahre überdauert und sind die ältesten, sichtbaren Zeugnisse deutsch-jüdischer Kultur in Freudental. Sie öffnen eine Tür zu einer Welt, die nicht mehr ist und erzählen von Menschen, die hier jahrhundertelang in Treue zur jüdischen Religion, Kultur und Tradition gelebt haben.


Der jüdische Friedhof ist Erbe und Aufgabe. Das Wissen um die religiöse Bedeutung und religionsrechtlichen Grundlagen macht für das uns Fremde in der jüdischen Religion empfindsamer. Die Gestaltung der Grabsteine und die Symbole öffnen den Zugang zu Inhalten jüdischen Glaubens und jüdischer Bräuche. Der von Moos und Gras überwachsene, steinlose Teil des Friedhofs ist Mahnmal für diejenigen, die durch Vertreibung und Tod ihre letzte Ruhestätte nicht an diesem guten Ort finden konnten.

Die Gräber werden nicht abgeräumt, die Grabsteine verwittern und verfallen. Vor der Unleserlichkeit und dem Vergessen bewahrt sind sie in der Dokumentation „Der Jüdische Friedhof in Freudental“.

 Das Buch finden Sie unter  > Publikationen

Den Schlüssel zum Besuch des jüdischen Friedhofs erhalten Sie in der Geschäftsstelle.


Schändung des jüdischen Friedhofs in Freudental

In der Nacht zum 02.10.2007

Was in der Nacht vom Montag 01. Oktober zum Dienstag 02. Oktober 2007 in Freudental geschah, ist ein tiefer Schock für uns alle – für die Gemeinde Freudental, für die Mitglieder des Vereins Pädagogisch-Kulturelles Centrum Ehemalige Synagoge Freudental und überhaupt für alle, die sich seit Jahren um Frieden, Toleranz und Demokratie bemühen.

Diese gewalttätige, von irrationaler Wut und abgründigem Hass geprägte Aktion, erfüllt uns alle mit Schrecken, Scham und mit großer Trauer. Wenn nicht einmal die Toten in Frieden gelassen werden und wenn die Steine eines Friedhofs nicht mehr vom vergangenen Leben reden und zeugen dürfen, dann sind wir alle mit betroffen.

Die Mitglieder des Vereins versichern den jüdischen Bürgern in unserem Land sowie den jüdischen Nachfahren aus Freudental in Argentinien, Belgien, England, Holland, Israel, Mexiko und USA ihr tiefes Mitgefühl und ihre Solidarität.

Wir werden in unserer Anstrengungen für Toleranz, Demokratie und Frieden nicht nachlassen.

Für den Vorstand, das Kuratorium und die Mitglieder des Pädagogisch-Kulturellen Centrum Ehemalige Synagoge Freudental

Dorothea Margenfeld, 1. Vorsitzende
Ludwig Bez, Geschäftsleiter 

 


In Kürze finden Sie hier eine Liste aller auf dem Friedhof Begrabenen in alphabetischer Reihenfolge mit Name, Vorname, Geburtsdatum, Sterbedatum und Grabnummer. Ihr PKC-Team